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Nackt durch die Wirklichkeit

                     Henry,Seine  Reise zu sich selbst.                               

Irgendwas stimmt nicht,irgendwas stimmt nicht, hämmerte es in Henrys Kopf. Irgendwas stimmt nicht mit der Wirklichkeit.

Angst kroch in Henrys Körper langsam über die Beine hoch, zum Bauch, bis es dann sein ganzes Wesen erfasste.

Angst,die gleiche Angst die er als Kind spürte,wo er als Kind von seinem Vater unkontrolliert geschlagen wurde.

Er hatte gefleht und gebettelt ,bis er nur noch ein Eis-Klotz war.

Henry fühlte sich völlig erstarrt ,unfähig sich zu bewegen. Arme und Beine zum Bauch hin gekrümmt, in der Hoffnung sie würden sein junges Leben beschützen, wartete er auf das Ende.

Das Ende! Was für ein Ende?

Es war auch der Anfang,von einer lebenslangen Suche nach dem Leben . Er fragte sich, was es ist, was es bedeutet, woher das Leben kommt, gibt es ein Ziel ,was ist die Ursache und schließlich gibt es Gott.

Seitdem er hier in diesen Kloster Thailand lebt, um sich von seiner Sucht zu befreien, ist alles noch komplizierter geworden.

Die Ruhe, die Abgeschiedenheit, der immer gleiche, geregelte Tages Ablauf konfrontiert ihn immer mehr mit sich selbst.

Die Mönche, die hier leben, sind freundlich aber bestimmt. Es gibt klare Regeln die es einzuhalten gilt.

Sein Ich hat hier völlig seine Bedeutung verloren. Er war hier Mönch unter Mönchen. Zu Hause war er wenigstens noch Henry der Landschaftsgärtner, der Vater, der Besitzer eines Hauses. Ab und zu gaben seine Kunden, für die er den Garten machte und seine Kinder das Gefühl, von Bedeutung zu sein. Nur seine ehemalige Frau machte ihm ziemlich zu  schaffen. Kein richtiges Essen für die Kinder, Bestellungen die auf den Dachboden gelangten, brachte seine Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Aber selbst diese Schwierigkeiten stärkten seine Bedeutung.

Nun war Henry hier, fühlte sich stärker den je bedeutungslos. Die Sucht hatte ihn hier hergebracht oder war es Sehnsucht, was wahrscheinlich  das Selbe ist. Die Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit.

Hätte er so weiter gemacht, hätte die Sucht wahrscheinlich sein Leben schon besiegt. Die Sucht hätte auch nicht mehr geholfen, seine Angst sowie seine Depressionen zu verdrängen. Schon längst verfehlte das Mittel seine Wirkung. So wie alle Mittel bei längeren Gebrauch. Der Körper gewöhnt sich an das Gift .Er braucht immer mehr davon, bis er versagt.

Doch Millionen von Menschen versuchen es immer und immer wieder sich auf diese Weise von ihren Ängsten und Ihrem Leiden zu befreien. Jede Gesellschaft, Kultur oder Nation hat dafür ihr bevorzugtes Mittel parat, die alle ähnlich in die Irre führen. Mit Mitteln sind gleichzeitig alle Methoden gemeint, die dazu dienen, alles zu verdrängen ,zu vergessen und letztendlich nichts wahrzunehmen.

Langsam kehrte das Leben in Henrys Körper wieder zurück und er wusste wieder warum er hier war. Er suchte nach der Wahrheit, nach der Wirklichkeit, nach der Realität, die hinter allem steckt. Verzweifelt versuchte er zu verstehen und zu begreifen.

Aufgewachsen in der DDR, wo der Marxismus gepredigt wurde, war in der Meisterschule auch die Philosophie ein Thema.

Die Meisterschule hatte Henry gemacht, um seinem Vater doch noch zu beweisen, dass er doch nicht der Versager, zu nichts zu gebrauchender, zum Scheißen zu blöd seiender Junge war. Es wäre besser, er würde sich umbringen, bekam Henry oft zu hören. Letzteres hatte er dann auch zweimal versucht, so hilflos und unverstanden hatte er sich gefühlt. Doch dann hatte er die rettenden Gedanken.

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